Sanierung St. Pauli-Elbtunnel, Hamburg

Elbtunnel in Hamburg - Referenz von HOSCH Gebäudeautomation: Entrauchungssteuerung rigentoS3

Der St. Pauli-Elbtunnel ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk. Er verbindet seit November 1911 die Landungsbrücken (St. Pauli) mit Steinwerder.

Technische Highlights

  • 14 Szenarien
  • Distanz zwischen zwei Busmodulen: 650 m
  • 54 Busmodule verbaut
  • 2 Feuerwehrtableaus (gleich    berechtigte Schalthandlung)
  • Dynamische Steuerung der Szenarien
  • 2 Entrauchungsventilatoren (Wechsel der Drehrichtung)
  • Nutzung der Funktion Firemode, Danfoss VLT HVAC Drive FC 102
  • ZLT kann Betrieb der Ventilatoren (Stufe 1 und Stufe 2) vorgeben
  • BACnet/IP-Schnittstelle

Gesteuert werden jeweils 2 Entrauchungsventilatoren pro Tunnelröhre im Endausbau. Im ersten Bauabschnitt wurde die Oströhre in Betrieb genommen. Für die Feuerwehr wurde eigens die Möglichkeit geschaffen, von zwei Stellen (Leitwarte Steinwerder und St. Pauli), die Entrauchungssteuerung gleichberechtigt zu bedienen. Ebenso wurde die zentrale Leittechnik (ZLT) befähigt, die Entrauchungssteurung in Abhängigkeit der CO-Werte ein- bzw. auszuschalten.

Des Weiteren besteht ebenfalls die Möglichkeit eines Handeingriffs durch das Fachpersonal vor Ort. Im Brandfall übernimmt das Entrauchungssteuerungsystem rigentoS3 sofort und uneingeschränkt die Steuerung der Anlagen gemäß der Brandfallsteuermatrix. Die rückwirkungsfreie Integration in die ZLT erfolgt über ein rigento BACnet/IP-Gateway. Im Entrauchungssteuerungssystem rigentoS3 sind insgesamt 54 Busmodule verbaut, verteilt auf insgesamt 6 ISPs. Die Ausführung erfolgte als F90-Installation. Das Sicherheitsbussystem rigentoNET verbindet alle Busmodule (Ringbusstruktur) untereinander. Das Buskabel wurde hierbei in beiden Tunnelröhren unter der Elbe verlegt. Die Distanz zwischen zwei Busmodulen im ISP01 (Steinwerder) und dem ISP04 (St. Pauli) beträgt rund 650m. Die integre Datenübertragung durch das Sicherheitsbussystem rigentoNET sorgt für eine effiziente Kommunikation, wobei eine maximale Distanz von bis zum 1.200m zwischen zwei Busteilnehmern realisiert werden kann.

Zur dynamischen Steuerung der Entrauchung durch rigentoS3 wird die Windgeschwindigkeit im Tunnel sowie die Windrichtung (über Land, Einbindung einer Wetterstation via ZLT) im Brandfall ausgewertet. Die Daten werden von der installierten ZLT ermittelt und dem Entrauchungssystem an der definierten Hardware-Schnittstelle zur Verfügung gestellt.

Verbaute Anlagenkomponenten

  • AS-ER (Automationsstation Entrauchung)
  • BM BMA (Kopplung mit Brandmeldeanlage)
  • BM EV (Steuerung Entrauchungsventilator, 4 Ventilatoren, derzeit 2 in der Oströhre in Betrieb)
  • BM FET (zwei gleichberechtigte Feuerwehrtableaus, jeweils eine in Leitwarte St. Pauli und Steinwerder)
  • BM KM (Schnittstelle BACnet/IP-Gateway)
  • BM LT (Steuerung Stufe 1 und Stufe 2 der Ventilatoren via ZLT, Steuerung der Fluchtrichtungsanzeige)
  • BM TM (Uhrzeit im System)
  • Redundante Einspeisung der Spannungsversorgung für das Entrauchungssteuerungssystem rigentoS3 mit Batteriemodul (7,5Ah)